Rückblick

So fing es an

Nach jahrelangem Streit um die Einrichtung einer konfessionsfreien Schule setzte sich die Schuldeputation über das Gesetz der Weimarer Verfassung hinweg, keine Schulen mit staatlicher Trägerschaft einzurichten. So genehmigte diese am 03.01.1922 den Bau eines neuen Schulgebäudes in der Elisabethstraße für die Unterrichtung von Kindern in den ersten Jahrgangsstufen in vier religionslosen Sammelklassen. Bis zur Aufnahme des Schulbetriebes wurden die Klassen in der Pestalozzi- und der Neustadtschule unterrichtet. Der jüdische Lehrer Samuel Oppenheim wurde mit der Leitung der neuen Schule beauftragt. Mit Beginn des neuen Schuljahres bezogen am 13.04.1923 alle vier Schulklassen das neue Gebäude an der Elisabethstraße 2. Nach dem Dichter und Vertreter der deutschen Aufklärung wurde das Gebäude "Lessingschule" genannt.

Rückblick 1

in den Jahren 1930 bis 1945

1930 wurde Rektor Mank zum Schulleiter ernannt. Bereits drei Jahre später wurde die "Freie Schule" aufgelöst. Stattdessen zog die katholische Schule, die das Gebäude an der Swidbertstraße verlassen musste, in die Räume an der Elisabethstraße. Diese gab der Lessingschule, gemäß dem Wattenscheider Missionar Swidbert, ihren neuen Namen: Swidbertschule. Bis 1937 war Herr Schricke Schulleiter, er wurde von Herrn Kleinhorst abgelöst. Ende 1938 erhielt die Schule nach dem Sachsenführer Widukind, der im Jahre 778 gegen Karl den Großen kämpfte, den Namen Wittekindschule. Kruzifixe und Lutherbilder wurden aus dem Schulalltag entfernt und durch Hitlerbilder ersetzt. Der Unterricht wurde durch die Politik sehr geprägt. In den letzten Kriegsjahren wurden die Schüler zum Schutz nach Pommern verschickt. Bei Fliegerangriffen am 10.03. und 26.06.1943 wurden Dachkammern, Fenster und Türen der Schule schwer beschädigt. Das Unterrichtsmaterial ging weitgehend verloren. Zeitweise wurde das Gebäude für den Volkssturm und als Notunterkunft vom Kindergarten genutzt. Viele Kinder kehrten 1944 auf eigene Faust nach Wattenscheid zurück. Zur Betreuung dieser Kinder wurden noch anwesende Lehrer eingesetzt, die jedoch keinen Unterricht erteilten, da sie in den letzten Kriegsmonaten das Schulgebäude oft verlassen mussten. Am 10.04.1945 wurde schließlich die Wittekindschule durch die Besatzungsbehörden aufgelöst.

Schülererinnerung

In der Kriegszeit verbrachten wir oft mehr Zeit in den Luftschutzbunkern als in der Schule. Unsere Lehrerinnen Frl. Ahlemeier und Frl. Martin waren nett, aber auch besonders ängstlich. Schon durch ein Trommeln an der eisernen Bunkertür konnten wir sie zu Tode erschrecken.

Rückblick 2

in der Nachkriegszeit

Die feierliche "Neu"- Eröffnung der notdürftig instand gesetzten Schule fand am 10.09.1945 statt. Sie trug nun wieder ihren alten Namen: Swidbertschule. Zunächst war sie christliche Gemeinschaftsschule, im Dezember 1946 wurde sie dann katholische Volksschule. Rektor war Heinrich Pack. Am 06.05.1953 übernahm Franz Clemens mit Kurt Wolf als Konrektor die Leitung der Schule. Zu dieser Zeit wurden ca. 350 Schüler in den Klassen 1 bis 8 unterrichtet. Alfred Schulte wurde am 21.05.1964 Rektor der Swidbertschule. Ihm zur Seite stand Johannes Thomas als Konrektor. Im Rahmen der Schulreform 1968 wurde die Schule nochmals umbenannt und erhielt den Namen: Grundschule Mitte II. Die Eingemeindung Wattenscheids zu Bochum 1975 bewirkte, dass die Schule Gemeinschaftsgrundschule wurde. In ihr wurden ca. 300 Schüler in den Jahrgängen 1 bis 4 unterrichtet.

bis zum heutigen Zeitpunkt

Vom 01.08.1977 bis zum 31.07.1982 lag die Schulleitung in den Händen von Hildegard Floren. Danach übernahm Aloysius Lemke die Leitung bis zum 31.07.1996. Konrektor in dieser Zeit war Hans-Josef Middendorf. Im Jahre 1986 wurde der Name der Schule nochmals verändert, da Schulen zusätzlich zur offiziellen Bezeichnung einen Namen tragen durften. So nahm die Schule wieder ihren alten Namen an: Swidbertschule - Städtische Gemeinschaftsgrundschule.

Rückblick 3

Unter den Leitungen von Frau Floren und Herrn Lemke sanken die Klassenstärken erheblich, da der Lehrermangel behoben war. 1992 wurde die Schule durch den Ausbau des Dachgeschosses um zwei Klassenräume erweitert. Seit dem 19.08.1996 trägt Cornelia Helwing-Belz das Amt der Schulleitung. Unter ihrer Leitung ist die Schule zu dem geworden was sie heute ist. Viele Jahre unterstützte sie Hans-Josef Middendorf als Konrektor in ihren Bemühungen, für jeweils ein Schuljahr standen ihr Cornelia Adam und Hilde Hohberg als Konrektorinnen zur Seite.

nach oben